Hentschel Hamburg Uhrenmanufaktur

Das Geschäft im renovierten Altbau Geschwister-Scholl-Straße 119 strahlt Solidität und Individualität aus: Wertvolle Uhren, kleine Modellautos und Schiffsschrauben stehen und liegen auf Tischen und in Vitrinen. Die Chronometer, die 4.000 Euro und mehr kosten, werden in den Eppendorfer Räumen von Inhaber Andreas Hentschel und seinen sechs angestellten Uhrmachern von Hand hergestellt. Maßgeschneidert. Das ist das Besondere: Niemand sonst in Deutschland baut solche mechanischen Armbanduhren.

Seit zwei Jahrzehnten „schneidert“ Andreas Hentschel überwiegend vermögenden Hamburgern und Firmenkunden hochwertige Chronometer nach alter Uhrmachertradition. „Wir finden zunächst gemeinsam mit dem Kunden heraus, wovon er eigentlich träumt“, erzählt der Manufaktur-Inhaber. „Manchmal weiß er selbst das vorher gar nicht genau.“ Dann suche man einen „finanzierbaren Weg“, um den Traum zu erfüllen. Andreas Hentschel lässt den Kunden nicht nur bei der Herstellung der Uhr zuschauen, sondern sogar mitmachen: „Er kann zum Beispiel bei der Oberflächenveredelung mithelfen.“ Es gibt Kunden, die lassen sich eine Uhr aus dem Metall einer Schiffsschraube herstellen, andere lassen sich ihre Geburtsortkoordinaten in ihren Chronometer eingravieren oder ein Laufwerk aus ihrem Geburtsjahr einbauen. Viele Prominente, wie der Schauspieler Uwe Friedrichsen, tragen ein Unikat „made by Hentschel“, auch der Kapitän der „Queen Mary 2“. Reedereien, Finanzdienstleister und Verlage haben schon in Eppendorf Uhren geordert – vorwiegend als Jubiläumsgeschenke für Mitarbeiter. Etwa 150 Modelle verlassen pro Jahr die Manufaktur, in jedem Stück stecken rund 100 Arbeitsstunden, alle Produktionsschritte werden von ein und demselben Uhrmacher ausgeführt. Qualität ist oberstes Gebot. Weil das Geschäft mit den maßgeschneiderten Zeitmessern fürs Armgelenk floriert, hat Andreas Hentschel seinen Betrieb im Dezember 2011 von etwa 150 auf 450 Quadratmeter vergrößert. Für die Investition in die Erweiterung des Ladens, des Showrooms – eine gläserne Manufaktur, in die auch Passanten reinschauen können – und ein kleines Uhrenmuseum hat die BG eine Bürgschaft übernommen. „Die BG hat sehr schnell ein Gefühl entwickelt für das, was wir machen“, lobt der Manufakturchef. Der Uhrmacher betont, dass sein Betrieb eine kleine, feine Manufaktur bleiben möchte: „Industrielle Uhrenhersteller gibt es viele, aber keinen zweiten Betrieb wie uns, der jedem Kunden seine ganz eigene Uhr baut.“
www.hentschel-hamburg.de
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