ikarus solutions GmbH
Keiner der zwei Freunde hätte eine Firma gegründet ohne den anderen: Malte Scherner und Carsten Thißen haben vor acht Jahren die ikarus solutions aus der Taufe gehoben. Aus dem Zwei-Mann-Ingenieurbüro, das ausschließlich Airbus zulieferte, ist ein Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsunternehmen mit 80 Mitarbeitern und einer breiten Abnehmerpalette geworden. Die Zukunft ihrer innovativen Gesellschaft sehen die beiden Unternehmer nicht mehr nur im Luftfahrtgeschäft, sondern auch auf dem Wasser und der Straße.
Geschäftsführer: Carsten Thißen und Malte V. Scherner
„Wir haben einige Turbulenzen durchflogen und sind jetzt auf einer neuen Route“. Malte Scherner (36) ist froh, dass er und Carsten Thißen (45) einen langen Atem hatten. Als sie sich im Jahr 2000 mit Hilfe einer Ausfallbürgschaft der BG selbstständig machten, hatten die beiden Flugzeugbau- Ingenieure nur Airbus als Großkunden. Die ehrgeizigen Jungunternehmer wollten aber nicht wie viele andere Zulieferer des Konzerns nur die verlängerte Werkbank von Airbus sein. Deshalb hielten die beiden Spezialisten für Bauteile aus Kohlefaser und anderen modernen Verbundwerkstoffen Ausschau nach Abnehmern in anderen Branchen. Das Unternehmer-Duo stieß auf Produzenten von Windkraftanlagen und Yachten, Autos, Lokomotiven und Fahrrädern, entwickelte Prototypen und innovative Lösungen. „Alle Hersteller, die leichte, aber hoch beanspruchbare Teile benötigen, sind für uns als Kunden interessant“, erläutert Scherner. Mittlerweile ist der Airbus-Anteil am Gesamtumsatz von ikarus unter 60 Prozent gerutscht.
Den Um- und Ausbau des Unternehmens an der Warnstedtstraße unterstützte die BG 2003, 2006 und 2007 mit zusätzlichen Ausfallbürgschaften. „Produktentwicklung braucht Zeit und muss über Jahre finanziert werden“, weist Scherner auf den hohen Kapitalbedarf eines Technologie unternehmens wie ikarus hin. Als Helfer in solchen Situationen sei die BG ein „exzellentes Wirtschaftsförderinstrument“. 2008 wollen Scherner und Thißen, die schon vor acht Jahren von der Entwicklung eines eigenen Rennwagens geträumt hatten, in Südafrika mit der Serienproduktion eines Überrollkäfigs aus Carbon für Sportwagen beginnen. Auch Sportfahrräder will ikarus auf den Markt bringen. Vertriebspartner hat man bereits. „Wir haben immer an uns geglaubt“, sagt Thißen. „Und unser Durchhaltevermögen zahlt sich jetzt aus.“