Erotik-Kaufhaus
Die gläserne, hell und freundlich beleuchtete Fassade der Boutique Bizarre an der Reeperbahn gegenüber dem Operettenhaus lädt zum Betreten ein. In dem im Frühjahr 2002 neu eröffneten Erotik-Kaufhaus ohne Hemmschwelle findet der Fan für Frivoles (fast) alles: Dessous und Dildos, Videos und Vibratoren, Lack, Leder und Latex, Bücher und Magazine. Das Geschäft läuft. Kay Arnold, Geschäftsführer der "Die Fünfunddreißig" Handelsgesellschaft mbH, plant eine Wiederholung der Erfolgsstory in anderen Städten.
"Was in Hamburg funktioniert, sollte doch auch in Frankfurt oder Berlin funktionieren."
Inhaber Kay Arnold
Seit Anfang der 90er-Jahre befand sich unter der Adresse Reeperbahn 35 ein klassischer Sex-Shop. 1998 übernahmen der gelernte Bankkaufmann Arnold und drei weitere Gesellschafter die Räume.
Zwei Jahre später schmiedeten sie erste Pläne für einen Um- und Ausbau. "Wir wollten raus aus der Schmuddelecke und ein hochwertiges erotisches Einkaufserlebnis schaffen", erzählt Arnold. Nachdem die Entwürfe des Wiener Architekturbüros BEHF vorlagen, sprachen die vier Unternehmer mit der BG. Ende August 2001 war die Bewilligung der Bürgschaft da, es ging los. Im Zuge der Renovierung wurden die Geschäftsräume auf 1.400 Quadratmeter erweitert. Der Erotik-Megastore wurde in sechs Bereiche untergliedert, besitzt eine Galerie, in der Kunstausstellungen stattfinden, und einen Raum im Untergeschoss für Seminare. Die Boutique Bizarre, die 365 Tage im Jahr zwischen 10 Uhr morgens und 2 Uhr nachts geöffnet ist, kann gute Zahlen vorweisen. "Die Kundenzahl ist um mehr als 30 Prozent gestiegen", berichtet Arnold. Der 36-Jährige kauft seine Ware - die europaweit größte Produktpalette umfasst 25.000 Artikel - bei Großhändlern und kleinen, spezialisierten Firmen in Großbritannien, Frankreich und Amerika. Seine Kunden kommen nicht nur aus dem Milieu. Im Gegenteil: "Viele Skandinavier machen auf der Urlaubsrückfahrt bei uns Halt, und viele Hamburger kaufen hier ausgefallene Textilien für den Abend und die Nacht."
Das Unternehmer-Quartett trägt sich mit dem Gedanken, sein erfolgreiches Ladenkonzept durch Filialen in andere Städte zu tragen. Arnold: "Was in Hamburg funktioniert, sollte doch auch in Frankfurt oder Berlin funktionieren."