U-Boot-Museum Hamburg GmbH
Es ist eng und stickig, es riecht nach Öl, kyrillische Aufschriften auf Hunderten von Schaltern, Hebeln und Drehventilen. Durch die niedrigen Gänge des 92 Meter langen russischen U-Bootes, das im Baakenhafen liegt, haben sich innerhalb eines Jahres mehr als 170.000 Besucher aus aller Welt gezwängt. Das U-Boot-Museum Hamburg von Christian Angermann und Joachim Wagner
ist ein Touristen-Magnet geworden.
U-434
„Nach dem Untergang der russischen Kursk im Jahr 2000 kam mir die Idee, ein ähnliches U-Boot nach Deutschland zu holen und es für Besucher zu
öffnen.“ Christian Angermann (50) ist ein Mann der Tat. Er und sein Geschäftsführungs-Partner Joachim Wagner (54) verhandelten mit Russland
und kauften dem Land für etwa eine Million Euro die U-434 ab. Man ließ das U-Boot, das zwischen 1976 und 1992 mit 84 Mann Besatzung und zahlreichen Geheimaufträgen auf den Weltmeeren unterwegs gewesen war, von Murmansk nach Hamburg schleppen. Bei Blohm + Voss wurde der stählerne Gigant renoviert. „Er könnte morgen auf Tauchfahrt gehen“, betont Angermann das Besondere seines schwimmenden Museums. Am Liegeplatz von U-434 wurden weitere 750.000 Euro in einen Parkplatz, einen
Merchandising-Shop, die Museums-, Ausstellungs- und Event-Halle, eine Toiletten-Anlage und einen Gastronomie-Bereich investiert.
Lob zollt der Dresdner der Stadt Hamburg und der Handelskammer, „die meiner Idee von Anfang an offen gegenüberstanden und sie unterstützt
haben“. Ohne die Vereins- und Westbank und die Bürgschaft der BG wären er und Wagner trotz beträchtlichen Eigenkapitals gestrandet: „Für ein solches Projekt muss man erst mal eine Bank und einen Bürgen finden“, lächelt Angermann.
Obwohl immer nur rund 80 Besucher gleichzeitig durch den Leib des schwarzen Riesen krabbeln können, glaubt Angermann an den geschäftlichen Erfolg: „In vier, fünf Jahren haben sich die Investitionen in Höhe
von fast zwei Millionen Euro gerechnet.“ Laien wird die komplizierte Technik auf Tafeln erklärt. „Die U-Boot-Experten, die um die ganze Welt zu uns reisen, bleiben oft zwei oder drei Stunden unten“, sagt der Museums-Unternehmer, der schätzt, dass etwa 70 Prozent der Besucher Nicht-Hamburger sind. Das hat man auch im Rathaus erkannt. Angermann:
„Die Stadt Hamburg macht inzwischen Werbung für sich mit uns.“
