Wüste Filmproduktionen
Der erste Spielfilm, den die Wüste Filmproduktion 1992 in die Kinos brachte, hieß „Schattenboxer“. Drei Jahre zuvor hatte der Autor, Regisseur und Produzent Ralph Schwingel zusammen mit Stefan Schubert und dem Krimiautor Lars Becker in Hamburg die Wüste Filmproduktion gegründet.
Stefan Schubert und Ralph Schwingel
Becker ging 1996, Schwingel und Schubert blieben. Als Produzent, Berater, Herstellungsleiter und Lineproducer betreuten sie seither rund 30 nationale
und internationale Spiel- und Dokumentationsfilme. Die beiden 48-jährigen Diplom-Psychologen verschrieben sich von Anfang an Kino-Filmen, die
sich nicht an modischen Branchen-Trends orientieren.
Schon der Streifen „Im Juli“ mit Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu war ein Erfolg: 600.000 Kino-Besucher, in mehr als 20 Länder verkauft. Für noch größere Schlagzeilen sorgte der Film „Gegen die Wand“, der im
Februar 2004 als erster deutscher Film nach 18 Jahren den „Goldenen Bären“ als Preis für den besten Film bekam. Der ausgezeichnete Film entstand
in Co-Produktion mit NDR/arte. Die Zwischenfinanzierung von rund 650.000 Euro für Wüste Film wurde durch die Commerzbank mit
Unterstützung der BG realisiert. „Ein sehr starker Film“, sagt Schubert über das raue Beziehungsdrama eines jungen türkischen Paares.
Die Wüste Filmproduktion (sechs feste Mitarbeiter) beschäftigt während der Produktionszeit eines Films 40, 50 oder mehr „Freie“: Schauspieler und
Kameraleute, Beleuchter und Kabelträger. Das wirtschaftliche Risiko, das es mit sich bringt, wenn ein Produzent jedes Jahr nur ein oder zwei Filme für den schwierigen deutschen Markt herstellt, erfordert viel Erfahrung und eine durchdachte Finanzierung. In der Regel beteiligen sich neben den Produzenten auch TV-Sendeanstalten, die sich damit die Zweitverwertung
sichern, und Verleihfirmen an den Herstellungskosten. Die Unterstützung des Projekts „Gegen die Wand“ durch die BG bewertet Schubert als Beleg, „dass bei der Förderung des Wirtschaftsstandortes Hamburg die Filmbranche eine wichtige Rolle spielt“.