Arbeitsplatzsicherung: Senat soll den Mittelstand der Stadt besser unterstützen
25. Mai 2012
Die Welt, 16. Mai 2002
Die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH (BG) hat den Senat aufgefordert, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft der Hansestadt (MBG) zu stärken, damit mehr junge Betriebe, die zunächst nur einige wenige Arbeitsplätze bieten, besser wachsen und auch mehr Arbeitsplätze einrichten können, gefördert werden. Bei der Vorstellung der Bilanz für das vergangene Jahr verwies BG-Geschäftsführer Stefan Papirow am Mittwoch in der Hansestadt darauf hin, dass die Großbanken trotz aller Lippenbekenntnisse kaum noch Interesse an der Förderung mittelständischer Betriebe haben. "Heute zählen nur Großkredite in Millionenhöhe und das Private Banking zu den bevorzugten Geschäftsfeldern", betonte Papirow.
Um auf Dauer Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, sei eine Förderung des Mittelstands unterlässlich. Die Bürgschaftsgemeinschaft, in anderen Ländern auch Bürgschaftsbanken genannt, sichern bei diesen Unternehmen bis zu 80 Prozent der Kredite ab. Die Hausbanken beteiligen sich mit 20 Prozent am Risiko. Im letzten Jahr wurden wieder 800 Bürgschaftsanträge gestellt, von denen nach gründlicher Prüfung 504 angenommen wurden. Damit wurde ein Bewilligungsvolumen von 77,2 Millionen Euro verbürgt. Hinter der Bürgschaftsgemeinschaft stehen 92 Gesellschafter, zu 90 Prozent Geldinstitute aber auch Kammern und Verbände. Mit einer Ausfallquote von 2,3 Prozent stehen die Hamburger an der Spitze, weil gründliche Prüfungen im Vorfeld im Ausfälle vermeiden helfen.
Auch bei der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein war das Geschäft im Jahr 2001 wieder recht lebhaft. Die Summe neuer Bürgschaften stieg um 13 Prozent auf 61 Millionen Euro. Die 383 Bürgschaftsnehmer konnten damit Darlehen von 86 Millionen € absichern (plus 17 Prozent) und insgesamt 2.387 Millionen Euro investieren. In Hamburg wie in Kiel entfallen zwei Drittel davon auf Investitionen und ein Drittel auf Betriebsmittel. zy
Quelle: Die Welt, 16.05.2002
